(c) iStockphoto.com/Constin T
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Es gibt wohl kein populärwissenschaftliches Thema, das in den letzten Jahren weltweit auf so großes Interesse gestoßen ist wie der angebliche Weltuntergang im Jahr 2012. Internet, Fernsehen, Bücher und sonstige Medien stürzten sich auf die Geschichte vom Ende des Mayakalenders. Dabei wurden vor allem esoterische Theorien und Weltuntergangsszenarien präsentiert; aber auch kritische Stimmen gab es. Vor allem seriöse Tageszeitungen versorgten ihre Leser gewissenhaft mit Argumenten, um die 2012-Angst als fantastisches Lügengebäude findiger Geschäftemacher zu entlarven. Allerdings erweisen sich gerade diese Argumente bei näherer Betrachtung als nicht stichhaltig (wie wir noch erkennen werden). Das Interesse an dem Thema nahm zum Teil groteske Züge an: Sektenartige Gruppen suchten Schutz an auserwählten Orten, das Bunkergeschäft in den USA boomte, und der Deodorant-Hersteller Axe nutzte den Hype zu einer großangelegten Marketingkampagne für seine „2012-Final Edition“-Produktreihe. Schließlich sah sich sogar die NASA in der Pflicht, auf ihrer Internetseite einer landesweiten Panik entgegenzuwirken.

 

Doch bei all der Aufregung wurde und wird etwas Wichtiges übersehen. Denn es geht hier nicht einfach um ein bestimmtes Mayadatum, das in unserem Kalender zufälligerweise auf den 21. oder 23. Dezember 2012 fällt. Es geht auch nicht darum, ob an diesem Tag die Welt untergeht, auf welche Weise auch immer. Sollten Sie dieses Buch vor dem besagten Stichtag in den Händen halten, ist dies zwar sicher eine Frage, die Sie interessiert. Warum die Welt auch noch in 2013 existiert, lässt sich jedoch – wie wir noch sehen werden – mit ein wenig Wissenschaft recht einfach zeigen. Lesen Sie das Buch hingegen erst zu einem Zeitpunkt nach 2012, befinden Sie sich gewissermaßen in einer privilegierten Position: Denn dann WISSEN Sie, dass unsere Argumente zur Widerlegung der diversen Weltuntergangstheorien tatsächlich zutreffen. Doch das, worum es wirklich geht, ist viel essentieller und zugleich komplexer als die massenmediale Fixierung auf ein Weltuntergangsereignis. Denn die entscheidende Frage lautet: Weshalb haben die Maya ein solch raffiniertes Kalendersystem geschaffen, und besitzt es – unabhängig von dem Datum im Dezember 2012 – Bedeutung für unsere heutige Welt ?

 

Dieser Frage wurde bislang nicht bzw. nicht ausreichend nachgegangen. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich. Denn die Suche nach einer Antwort hierauf erfordert zunächst einmal umfangreiche Recherchen. Dafür genügt es nicht, sich ein wenig mit den Maya und ihrem Kalender zu befassen und – zur eigenen Absicherung – noch einen renommierten Mayaexperten zu befragen. Warum dieser Ansatz zu kurz greift, ist leicht einzusehen. Wenn der Mayakalender eine reale und nicht nur mystische Bedeutung besitzt, muss er mit nachweisbaren Naturphänomenen in Zusammenhang stehen. Dann sollten entsprechende Hinweise in unseren wissenschaftlichen Daten zu finden sein. Es ist also erforderlich, tief in Forschungsgebiete vorzudringen, die auf den ersten Blick nichts mit dem Maya-Rätsel zu tun haben. Auf dieser Grundlage bedarf es schließlich einer kritischen Auseinandersetzung mit dem bisherigen Meinungsstand zum Thema „Ende des Mayakalenders“. All dies kann weder im Rahmen eines Zeitungsartikels oder Internetbeitrags noch eines TV-Formats geleistet werden. Daher konnten all die Versuche, auf diese Weise Licht in das Dunkel zu bringen, nicht zum Erfolg führen.

 

Dies soll jedoch keineswegs als Vorwurf verstanden werden. Denn bei oberflächlicher Betrachtung wird es ab einem bestimmten Punkt ohne Zweifel schwierig, Wahrheit von Fiktion zu unterscheiden. Und selbst bei genauem Hinsehen ergeben sich Aspekte, die sich nicht ohne weiteres in die eine oder andere Richtung deuten lassen. Wir sehen uns Fragen gegenüber, die ihren Ursprung in dem jahrtausendealten Kalendersystem haben und deren Antworten für unsere heutige Zeit von Relevanz sein könnten. Es ist daher wohl nicht übertrieben, von  einem „2012-Rätsel“ zu sprechen.

 

Für mich ist dies Grund genug, gemeinsam zu einer Spurensuche aufzubrechen, die uns vielleicht dem wahren Kern dieses Rätsels näherbringt. Dabei soll nicht nur nach Spuren in verwitterten Inschriften und den übrig gebliebenen Schriftstücken der Maya gesucht werden. Auch neueste Erkenntnisse unserer modernen Wissenschaft werden herangezogen. Dafür werten wir aktuelle Forschungsergebnisse aus, insbesondere aus der Sonnen- und Klimaforschung. Ebenso sollen diejenigen zu Wort kommen, denen wir dieses Rätsel zu verdanken haben: die Nachkommen der alten Maya, die noch heute vor allem in Mexiko und Guatemala leben. Auf diese Weise soll Schritt für Schritt ein möglicher Zusammenhang zwischen dem komplexen Kalendersystem der Maya und unserem heutigen Wissen von der Welt aufgedeckt werden. Machen Sie sich also bereit, den verschlungenen Pfaden zu folgen, auf die uns unsere Spurensuche führen wird. So manche erstaunliche Entdeckung und überraschende Erkenntnis erwarten Sie.

 

Betreten wir damit nun die Bühne eines der größten Rätsel der nachchristlichen Zeit, bei dem es möglicherweise um nichts Geringeres geht als um den Fortbestand unserer Existenz.

 

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